Shetlandschafe in Schleswig-Holstein

Shetlandschafe in Schleswig-Holstein
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Die Rasse

Shetlandschafe sind toll! (Der massgebliche britische Zuchtstandard von 1927 folgt weiter unten...)

Es sind kleine, handliche Schafe. Sie sind aufgeweckt, temperamentvoll und eigensinnig. Sie sind aber auch sehr zutraulich, wenn sie einmal Vertrauen gefasst haben. Sie sind robust und es gibt sie in vielen wunderschönen Farben und mit interessanten Abzeichen. Sie sind sehr kreativ, wenn es darum geht, ein Hindernis zu überwinden und sehr schnell, wenn man eine Pforte nicht sofort schließt. Auch die erwachsenen Tiere können sehr albern sein, klettern und herum hüpfen. Am besten sind sie mit einem Elektrozaun im Zaum zu halten. Davor haben sie höchsten Respekt.
Shetlandschafe sind bei entsprechenden Grundvoraussetzungen sehr pflegeleicht. Sie bereiten viel Freude. Und sollten es einmal zu viele werden, schmecken sie obendrein sehr delikat...




Allgemeines:

Gewicht:

Böcke: 40 bis 65kg
Auen: 25 bis 50kg

Shetlandschafe gehören zu den nordeuropäischen Kurzschwanzrassen und gelten als primitive, ursprüngliche Rasse. Sie wurden wahrscheinlich von Schafen beeinflußt, die von den Wikingern aus Skandinavien mitgebracht wurden. Es ist die kleinste der britischen Schafrassen. Die Böcke sind schneckenförmig gehörnt oder ungehörnt, teilweise auch mit abgewinkelten Hörnern. Die Auen sind meist ungehörnt, es gibt aber auch Tiere mit kurzen Hörnern. Die Tiere sind robust, winterhart, leichtfuttrig, unter harten Bedingungen überlebensfähig und langlebig. Die Auen lammen leicht, sind sehr gute Mütter mit viel Milch, Geburtenrate 150 bis 160%. Die Lämmer sind nach der Geburt sehr vital, darüber hinaus frohwüchsig. Shetland Schafe sind sehr gut für die Landschaftspflege geeignet, da sie nicht einfach nur grasen, sondern auch sehr gerne Büsche und Sträucher abfressen, sie je nach Größe entweder komplett verbeißen oder schälen. Es sind temperamentvolle und selbstbewusste, dabei aber leicht zu handelnde Tiere.

Der Schlachtkörper bei sechs Monate alten Lämmern beträgt ca. 13-14kg. Das Fleisch hat einen exzellenten Geschmack.
In England und den USA werden Shetlandauen mit Böcken größerer Rassen belegt
(Cheviot, Ryeland, BFL), um Schlachtlämmer zu erhalten. Die Lämmer sind extrem
frohwüchsig selbst bei kargem Futterangebot.

Die Wolle gilt mit 20 bis 25mic, teilweise sogar weniger, als eine der feinsten der britischen Rassen bei einem Vliesgewicht von ein- bis eineinhalb kg. Es wird behauptet, die Wolle am Nacken sei so fein, dass daraus „Ring-Schals“ hergestellt werden können, das bedeutet, dass der Schal so fein ist, dass er durch einen Ehering gezogen werden kann.
Darüber hinaus zeigt die Rasse der Shetland Schafe die größte Farb- und Abzeichenpalette aller Schafrassen.
Bei einigen Tieren löst sich die Wolle im Frühjahr ab und kann „gepflückt“ werden. Diese Tiere brauchen nicht geschoren zu werden. Dies gilt aber nicht für die ganze Rasse.

Quellen:
Shetland Sheep Society
Breeds of Livestock
British Coloured Sheep Breeders Association

Der Zuchtstandard, von mir in´s Deutsche übersetzt:
(>Link zum Original Zuchtstandard)

Shetland Sheep Society
Zuchtstandard

Allgemeine Merkmale: Gehörnt oder hornlos
Kopf: Gute Breite zwischen den Ohren, konisch zulaufend zum Nasenansatz, die breit sein sollte und leicht konisch zum Maul, hohl zwischen Wange und Nase, die
Nase deutlich ausgeprägt
Gesicht: Mittlere Gesichtslänge von den Augen zum Maul, die Nase markant aber nicht römisch, schmales Maul
Augen: groß, blank, mit wachem Ausdruck
Ohren: fein, mittelgroß, zurückgesetzt, leicht über der Horizontalen getragen
Nacken: ausgefüllt, konisch zunehmend zu einer ziemlich breiten Brust
Schultern: gut gestellt auf einer Höhe mit dem Rücken
Brust: mittlere Breite und Tiefe
Rücken: horizontal, gerade, so breit wie möglich
Rippen: gut gewölbt und gut gerippt
Rumpf: gute Breite, gut gerundete Hüften
Schwanz: kurz, spitz und flach zulaufend. Die Wolle an der Wurzel formt einen breiten, runden Teil, mit einer plötzlichen Verjüngung zu einem kaum bedeckten Ende. Dies ist ein wichtiges Merkmal, das jedige Kreuzung schnell erkennen lässt. Die Länge variiert je nach Größe des Schafes aber selten länger als circa 15 cm. Keulen: leicht aber gute Qualität
Haut: Variiert je nach Farbe der Wolle. Bei weißer Wolle darf kein blaue oder schwarze Faerbung vorkommen.Wolle: extra feine und weiche Struktur, länglich, gewellt, gut geschlossen. Wolle von der Stirn zwischen den Hornansätzen zum Nacken übergehend, ebenfalls Wolle an den Wangen.
Farben: weiß, schwarz oder braun, moorit (von einem dunklen rotbraun bis zu hellbraun), Grautöne bis silbergrau (Shaela). Andere bekannte
Farben:... (sind nicht ins Deutsche zu übersetzen, siehe Farbskala) Es gibt 11 Hauptfarben und 30 Zeichnungen mit eigenen Namen.
Gangart: wachsam und beweglich, mit einem schnellen, aktiven Schritt

Anmerkung von mir: Bei den oben genannten Merkmalen handelt es sich jeweils um das Optimum. Eine Abweichung davon führt nicht automatisch zum Zuchtausschluß. In Großbritannien werden jeweils Punkte vergeben (siehe Original Zuchtstandard), die Gesamtpunktzahl beträgt dann maximal 100 Punkte.


Ausschlußmerkmale:
- Langer schwerer Schwanz, breit bis zur Spitze
- Schlechte Wolle, grob, offenes Vlies
- Sehr grobe Wolle an der Keule
- Deformierte Kiefer
- Zu kleine Tiere
- Fehlgefärbte oder schlecht gebaute/geformte als Zuchtbock
(das „fehlgefärbt“ soll nach Rücksprache mit der SSS heraus genommen werden, da es keine Fehlfärbung gibt. Dem gingen mehrere An- und Rückfragen voraus, keiner der befragten Richter kennt eine Fehlfärbung bei Shetlandschafen.)

- Weiße Körperhaare in moorit oder schwarz, dunkle Haare in weiß